Ausflugstipps zum Schloss Augustusburg Brühl
Tipp 1 zum Schloss Augustusburg:
Schlossführung
Eine Führung durch das Schloss ist absolut zu empfehlen, allein um das prunkvolle von Balthasar Neumann gestaltete Marmor-Treppenhaus bestaunen zu können. Da man das Schloss nur im Rahmen einer Besucherführung betreten darf, fallen neben dem normalen Eintrittspreis von 5 EUR keine zusätzlichen Kosten an. Bei großem Andrang, vor allem in den Sommermonaten sind Wartezeiten bis zu 30 Minuten möglich. Für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren gibt es eine besondere Schloss-Erlebnisführung. Gruppenführungen für maxmimal 25 Personen sind gegen eine Gesamtgebühr von 50 EUR ebenfalls möglich. Schulklassen zahlen hier nur eine Gruppenpreispauschale von 12,50 EUR.
Tipp 2 zum Schloss Augustusburg:
Brühler Schlosskonzerte
Die Brühler Schlosskonzerte sind das wichtigste Event der Stadt Brühl und existieren bereits seit dem Jahr 1958. Sie wurden vom Dirigenten und Musikwissenschaftler Helmut Müller-Brühl ins Leben gerufen und befassen sich viel mit dem Komponisten Joseph Haydn, so dass inzwischen ein Haydn-Festival an die Konzerte angegliedert wurde. Spielstätten sind das Treppenhaus, der Schlosspark, die Schlosskirche sowie das Max Ernst Museum. Die Preise für die Konzertkarten bewegen sich von 7 EUR (keine Sicht auf die Musiker) bis zu 75 EUR (beste Kategorie).
Tipp 3 zum Schloss Augustusburg:
Feuerwerk im Schlossgarten
Das Feuerwerk im Schlossgarten gilt als Höhepunkt der Brühler Schlosskonzerte. Zu Lebzeiten Haydns waren die Feuerwerke zu Hofe sehr beliebt, so dass man im Rahmen des Haydn-Festivals diese Tradition besonders mit der Musik Haydns sowie mit eindrucksvollen Illuminationen und pyrotechnischer Kunst inszenieren möchte. Die große Kunst lässt sich daran erkennen, dass Helmut Reuter, der das Brühler Schlossfeuerwerk in Szene setzt, im Jahr 2010 in Kanada als Weltmeister im Bereich Musikfeuerwerk ausgezeichnet wurde. Ab 21 Uhr werden die Tore des Schlossparks zum Feuerwerk geöffnet. Der Eintritt zum Feuerwerk ist bereits in den normalen Konzertkarten enthalten, man kann aber auch Einzelkarten nur für das Feuerwerk im Vorverkauf sowie am Schlosspark direkt erhalten.
Tipp 4 zum Schloss Augustusburg:
Spaziergang Schlossgarten
Wer den Trubel der Schlosskonzerte nicht mag, sollte den Schlossgarten bei einem kleinen Sommerspaziergang besuchen. Das Gelände eignet sich ausgezeichnet für einen kleinen Rundgang. Man kann hier auch am Schlossgraben vorbeigehen und die schwimmenden Enten und Schwäne beobachten. Das gesamte Areal hat eine enspannende Wirkung und das Panorama auf das Schloss ist äußerst eindrucksvoll. Auch im Winter findet man hier Ruhe und Erholung. Wer noch weiter gehen will, kann die etwa 2km lange Strecke vom Schlosspark über die Falkenluster Allee bis zum Schloss Falkenlust gehen, um auch das kleine Jagdschloss zu bewundern. Im Sommer ist ein ausgedehnter Spaziergang bis zum Brühler Stadtzentrum zu empfehlen. Hier kann man dann den Tag bei einem leckeren, italienischen Eis ausklingen lassen.
Das Schloss Augustusburg in Brühl gehört seit dem Jahr 1984 gemeinsam mit dem Schloss Falkenlust zum UNESCO Weltkulturerbe. Es befindet sich direkt gegenüber dem Bahnhof Brühl und ist nachdem Schlosspark durch die Falkenluster Allee mit Schloss Falkenlust verbunden. Die Strecke zwischen den beiden Schlössern kann man zu Fuß in ca. 25 Minuten zurückliegen. Beide Schlösser zählen zu den bedeutendsten Bauten des Barock und Rokoko in ganz Deutschland.
Erzbischof Clemens August I. von Bayern ließ im Jahr 1725 nach dem Plan von Johann Conrad Schlaun sein Jagd- und Sommerschloss exakt auf den Ruinen einer alten Wasserburg errichten. Es wurde jedoch nur vier bis sechs Wochen im Jahr vom Kurfürsten bewohnt, der sich hauptsächlich in seiner Residenz im Poppelsdorfer Schloss in Bonn aufhielt.
Untypisch für die Epoche sind die asymmetrischen Seitenflügel, das damit zu erklären ist, dass sich genau an dieser Stelle die Überreste des Altbaus befanden. Insgesamt besteht das Schloss aus drei Flügeln, die einen prunkvollen Innenhof umgeben. Der Münchener Baumeister und Bildhauer François de Cuvilliés gestaltete schließlich im Jahr 1728 die eindrucksvolle Fassaden sowie die Paradezimmer im Frührokoko-Stil.
Das Highlight des Schloss Augustusburg ist das prunkvolle Treppenhaus, das von Johann Balthasar Neumann von 1740 bis 1746 geschaffen wurde und bis heute zu den bedeutendsten Kunstwerken des deutschen Rokoko. Es wurden dabei eindrucksvolle Malereien, Marmor, Plastiken und architektonische Eleganz miteinander in meisterlicher Form kombiniert, so dass ein Gesamtkunstwerk geschaffen wurde, das den Besucher geradezu in Erstaunen versetzt. Zu den Brühler Schlosskonzerten findet im Treppenhaus sogar ein Konzert statt. Die Abschlussarbeiten wurden schließlich von Johann Heinrich Roth, der im oberen Stockwerk Stuckmarmor anbrachte, und durch ein Deckenfresko von Carlo Carlone vollendet, der bereits das eindrucksvolle Deckengemälde im Treppenhaus gestaltete.
Der Schlossgarten ist ebenfalls untypisch angelegt, da er nicht zur Front des Schlosses ausgerichtet ist, sonder zum Seitenflügel. Dominique Girard entwickelte die Entwürfe zur Anlage des Schlossparks, der stark an den Garten des Schloss Versailles erinnert. Im Süden des Schlosses wurden schließlich ein zweiteiliges Broderieparterre, zwei große Brunnen mit Fontänen sowie ein weiteres Wasserbasin in der Mitte angelegt. Peter Joseph Lenné gestaltete schließlich im 19. Jahrhundert den Schlossgarten in einen englischen Landschaftsgarten um. In den Jahren 1933-35 rekonstruierte man schließlich den Park durch Georg Potente nach einem Plan von 1728. Weitere Rekonstruktionen und Restaurierungen fanden nach dem Zweiten Weltkrieg und in den 1980er Jahren statt.
Die hervorragende Qualität und herauragende historische Bedeutung sorgten schließlich dafür, dass der Schlosspark in die Straße der Gartenkunst an Rhein und Maas aufgenommen und klassifiziert wurde.
Die Schlosskirche St. Maria von den Engeln, die bereits 1493 erbaut wurde und früher zu einem Franziskanerkloster gehörte, wurde 1735 zur Hofkirche des Schloss Augustusburg umgestaltet und schließlich an den Orangerieflügel angebunden. Im Zweiten Weltkrieg trafen einige Bomben das Schloss schwer, aber bereits im Jahr 1946 wurde mit der Restaurierung begonnen. Nach dem Krieg empfing der Bundespräsident im Zeitraum von 1949 bis 1996 im Schloss Augustusburg Staatsgäste. Die Brühler Schlösser rückten immer mehr in die Aufmerksamkeit des Tourismus und die Schlossverwaltung bietet seit dem Jahr 2001 besondere Themenführungen an. Die Brühler Schlosskonzerte setzen zudem das Schloss und die Schlosskirche durch Konzerte sowie den Schlosspark durch ein Feuerwerk in Szene.



